Der berauschende Wirkstoff
Tetrahydrocannabinol
Verändert Wahrnehmung, Stimmung und Denken. THC verursacht den Rausch und kann unter anderem Angst und Herzrasen auslösen.
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Cannabis in Deutschland: Was sich rechtlich verändert hat, wie es wirkt und welche Risiken bleiben.
Überblick starten ↓01 / Grundlagen
Cannabis ist die Hanfpflanze. Ihre Blüten und das daraus gewonnene Harz enthalten verschiedene Wirkstoffe, sogenannte Cannabinoide.
Der berauschende Wirkstoff
Verändert Wahrnehmung, Stimmung und Denken. THC verursacht den Rausch und kann unter anderem Angst und Herzrasen auslösen.
Kein typischer Cannabisrausch
Wirkt nicht berauschend wie THC. Es kann dennoch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. CBD macht THC-Konsum nicht risikofrei.
Marihuana bezeichnet meist getrocknete Blüten, Haschisch das gepresste Harz. Der THC-Gehalt kann stark schwanken und beeinflusst die Stärke der Wirkung.
02 / Rechtslage
Seit dem 1. April 2024 erlaubt das Cannabisgesetz (CanG) Erwachsenen bestimmte Formen von Besitz und privatem Eigenanbau.
Mindestalter für erlaubten Besitz und Eigenanbau
Maximaler Besitz unterwegs
Maximaler Besitz am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt
Lebende Pflanzen pro erwachsener Person für den privaten Eigenkonsum
Seit 1. Juli 2024 können erlaubnispflichtige, nicht gewinnorientierte Vereinigungen gemeinschaftlich anbauen und Cannabis an erwachsene Mitglieder abgeben. Abgabe: höchstens 25 g pro Tag und 50 g im Monat; für 18- bis 20-Jährige höchstens 30 g im Monat mit maximal 10 % THC. Kein allgemeiner freier Verkauf.
In unmittelbarer Gegenwart Minderjähriger sowie in Schulen, Kitas, auf Spielplätzen, in weiteren Kinder- und Jugendeinrichtungen, öffentlichen Sportstätten und in deren Sichtweite. Ebenso in und in Sichtweite von Anbauvereinigungen. Bei mehr als 100 m Abstand zum Eingang gilt Sichtweite gesetzlich als nicht gegeben. In Fußgängerzonen gilt das Verbot von 7 bis 20 Uhr.
Privaten Anbau und Cannabis vor dem Zugriff von Kindern, Jugendlichen und anderen Dritten schützen. Die Besitzmengen beziehen sich auf getrocknetes Cannabis; auch die eigene Ernte muss die Grenzen einhalten.
Straßenverkehr · seit 22. August 2024
Ab diesem Wert greift für Kraftfahrzeuge grundsätzlich die gesetzliche Ordnungswidrigkeitsgrenze. In der Probezeit und unter 21 Jahren gilt ein Cannabisverbot am Steuer. Auch die Kombination mit Alkohol ist am Steuer verboten. Eine Beeinträchtigung kann schon unter dem Grenzwert rechtliche Folgen haben. Der Wert ist keine Garantie für Fahrtüchtigkeit.
03 / Wirkung
Die Wirkung hängt von THC-Gehalt, Menge, Konsumform, Erfahrung, Stimmung und Umgebung ab.
Manche erleben Entspannung, Euphorie oder intensivere Sinneseindrücke. Andere reagieren mit Angst, Panik, Misstrauen oder Verwirrung. Das Zeitgefühl kann sich verändern.
Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis, Koordination und Reaktionsfähigkeit können nachlassen. Möglich sind auch Herzrasen, trockener Mund, Schwindel und gesteigerter Appetit.
Beim Inhalieren setzt die Wirkung meist innerhalb weniger Minuten ein. Bei gegessenen Produkten kann sie erst nach 30 Minuten bis über zwei Stunden beginnen und deutlich länger anhalten. Frühes Nachlegen erhöht das Risiko einer zu starken Wirkung.
04 / Risiken
Häufiger Konsum, hohe THC-Gehalte und ein früher Einstieg erhöhen gesundheitliche Risiken.
Das Gehirn entwickelt sich bis etwa Mitte 20 weiter. Früher und regelmäßiger Konsum kann Lernen, Gedächtnis und Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Für Jugendliche und junge Erwachsene ist Verzicht besonders wichtig.
Cannabis kann abhängig machen. Warnzeichen sind Kontrollverlust, Vernachlässigung des Alltags und Weiterkonsum trotz Problemen. Beim Absetzen können Reizbarkeit, Schlafprobleme und starkes Verlangen auftreten.
Cannabis kann Angst und Panik auslösen und das Risiko für Psychosen erhöhen, besonders bei hoher THC-Stärke, häufigem Konsum und persönlicher oder familiärer Vorbelastung.
Alkohol und andere Drogen machen Wirkungen schwerer vorhersehbar. Medikamente können Wechselwirkungen verursachen. Rauch belastet die Atemwege; beigemischter Tabak bringt zusätzliche Risiken und Nikotinabhängigkeit mit sich.
05 / Safer Use
Der sicherste Weg ist, nicht zu konsumieren. Wer dennoch konsumiert, kann bestimmte Risiken verringern – vollständig vermeiden lassen sie sich nicht.
Unter 25 möglichst verzichten. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei psychotischen Erkrankungen oder entsprechender Vorbelastung nicht konsumieren. Bei Medikamenten ärztlich nachfragen.
Hohe THC-Gehalte meiden, Konsum begrenzen und konsumfreie Tage einplanen. Bei verzögert wirkenden Produkten nicht vorschnell nachlegen. Unbekannte Produkte bergen zusätzliche Risiken.
Auf Kombinationen mit Alkohol, Tabak und anderen Drogen verzichten. Auch alternative Konsumformen sind nicht risikofrei.
Nach Konsum nicht fahren und keine Maschinen bedienen. Keine feste Wartezeit garantiert Fahrtüchtigkeit. Eine vertraute, ruhige Umgebung wählen und Cannabis kindersicher aufbewahren.
Bei unangenehmer Wirkung nicht weiter konsumieren, Ruhe suchen und eine vertraute Person hinzuholen. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, starken Brustschmerzen oder akuter Selbstgefährdung: 112.
06 / Beratung & Hilfe
Wenn Konsum belastet oder du dir Sorgen um jemanden machst: Beratung ist auch ohne Diagnose oder festen Entschluss zum Aufhören möglich.
Persönlich am Telefon
Beratung für Betroffene und Angehörige. Kostenpflichtig: 0,20 € pro Anruf aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz.
Hotline anrufen ↗Information & Online-Beratung
Informationen, Selbsttests und kostenlose, anonyme Online-Beratung. „Quit the Shit“ unterstützt dabei, Cannabiskonsum zu reduzieren oder zu beenden.
Zu drugcom ↗Bei akuten medizinischen Notfällen: 112. Die Beratungsangebote ersetzen keinen Rettungsdienst.